Boden: Verdichtung

Bodenbewirtschaftung und Fruchtbarkeit – wie hängt das zusammen?
Für die natürliche Fruchtbarkeit eines Bodens spielt der Humus eine entscheidende Rolle, da er der Hauptträger für den Bodenwasser- und Nährstoffhaushalt ist. Bei landwirtschaftlich genützten Böden kann es durch sehr intensive Bewirtschaftung zu einer Reduktion des Humusgehaltes kommen. Dies beeinflusst wiederum die Erosionsanfälligkeit, Stabilität, Wasserspeicherfähigkeit, Nährstoffmobilisierung und Durchlüftung des Bodens negativ. Es ist daher die Aufgabe der Bodenbewirtschaftung, den vorhandenen Humusspiegel nicht nur zu halten, sondern nach Möglichkeit zu erhöhen. Der Humusgehalt kann durch Ausbringen organischer Dünger wie Mist oder Kompost allmählich erhöht werden. Auch eine regelmäßige Gründüngung ist vorteilhaft. Weitere Gründe für den Qualitätsverlust von landwirtschaftlich genützten Böden stellen in Mittel- und Osteuropa Bodenverdichtung und der stetige, oft unbemerkte Bodenverlust durch Erosion dar.

Verdichtung
Durch den Einsatz von schweren Maschinen kommt es v. a. bei zu feuchtem Boden zu einer Verdichtung des Bodens und damit zur Verringerung des Porenvolumens. Dies wirkt sich negativ auf die Bodenfruchtbarkeit aus: Der Lebensraum der Bodenlebewesen wird minimiert, die Gas- und Wasseraustauschfähigkeit des Bodens wird gestört, die Filter-/Puffer- und Umwandlungsfunktion beeinträchtigt, das Wurzel- und Pflanzenwachstum gehemmt und die Erosion durch das Abfließen von Regenwasser begünstigt. Im österreichischen Alpenvorland wurden im Rahmen einer Untersuchung (30 Betriebe)
bei ca. einem Drittel der Betriebe Verdichtungen des Bodens festgestellt.22 Wenn aufgrund des verdichteten Bodens intensiver gepflügt wird, führt dies wiederum zu einem verstärkten Abbau der organischen Substanz, wodurch die Bodenqualität weiter beeinträchtigt wird. Eine mechanische Bodenlockerung bei Verdichtung ist nur der erste Schritt. Diese muss durch Lebendverbauung (Durchwurzelung, Bodenorganismen) stabilisiert werden.
Beim Befahren eines Ackerbodens mit schweren Maschinen sollte man nach Möglichkeit den Druck in den Reifen absenken, um Verdichtungsschäden, vor allem unter dem Bearbeitungshorizont, zu vermeiden. Sind diese einmal entstanden, bedarf es eines teuren maschinellen Einsatzes (Zweischichtackerung), wobei aber zu beachten ist, dass eine sofortige biologische Stabilisierung der gelockerten Schichten durch Tiefwurzler durchgeführt werden muss.

Dies ist eine Textprobe aus der Broschüre „BodenReich”, die in einem gemeinsamen Projekt zwischen dem FORUM Umweltbildung und dem Umweltbundesamt im Auftrag des BMLFUW entstand. Sie kann über die Website des FORUM Umweltbildung bestellt werden.