Forschungskooperationen

Forschungs-Bildungs-Kooperationen bezeichnen Projekte, in denen SchülerInnen mit WissenschafterInnen an gemeinsamen wissenschaftlichen Fragestellungen arbeiten. Die Ziele sind zumindest zweierlei:

  1. Die ergebnisorientierte und gemeinsame Beantwortung von Fragen (zumindest ein Stück weit)
  2. Das prozessorientere Erfahren der jeweils anderen Wissenskultur von SchülerInnen und WissenschafterInnen, also z. B.: Welche Arten von Fragen stellen WissenschafterInnen überhaupt und wie versuchen sie sie zu beantworten? Oder: Welche Bedingungen ermöglichen oder erschweren forschendes Lernen von SchülerInnen im manchmal engen Korsett des Regelschulbetriebs?

Wesentlich dabei ist trotz des unterschiedlichen Wissens und Könnens und des unterschiedlichen Alters eine Begegnung und Zusammenarbeit, die so weit wie möglich auf Augenhöhe stattfindet. Dies bedeutet für die SchülerInnen oft mehr Verantwortung im Lern- und Forschungsprozess zu übernehmen als sie es sonst in der Schule gewohnt sind und sich stärker selbst zu organisieren. Die WissenschafterInnen sind hingegen gefordert, optimal mit den LehrerInnen zusammenzuarbeiten, ihre wissenschaftlichen Inhalte in didaktische Konzepte zu verpacken und die forschenden SchülerInnen als Coaches zu begleiten.

Forschungs-Bildungs-Kooperationen bieten vielfältige Möglichkeiten, Ideen und Konzepte einer Bildung für nachhaltige Entwicklung zu entwickeln und anzuwenden.
Mitglieder des BNE-Teams führten bereits einige Forschungs-Bildungs-Kooperationen, meist als ProjektpartnerInnen, durch. Sie fungierten dabei oft als „ÜbersetzerInnen“ oder „BrückenbauerInnen“ zwischen den Kulturen der Wissenschaft und der Schule und stellten ihr umfangreiches methodisches Repertoire sowie ihr Fachwissen zu Bildung für nachhaltige Entwicklung zur Verfügung, um den WissenschaftlerInnen zu helfen, komplexe Inhalte und Fragestellungen mit den SchülerInnen ansprechend zu erarbeiten. Parallel dazu setzten sie sich immer wieder mit Möglichkeiten und Grenzen dieser Form von „Citizen Science“ auseinander, wie zum Beispiel im Schwerpunkt „Citizen Science“ des BNE Jahrbuch 2015.


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„Nanomaterialien, Chancen und Risiken einer neuen Dimension“

Im Projekt „Nanomaterialien, Chancen und Risiken einer neuen Dimension“ (gefördert von Sparkling Science 2011-2013) entwickelten Mitglieder des BNE-Teams ein Instrument, mit Hilfe dessen die SchülerInnen den Aufbau eines Info-Workshops und im weiteren Projektverlauf den Aufbau der öffentlichkeitswirksamen JuniorforscherInnentagung partizipativ planen konnten. Weiters unterstützte das BNE-Team SchülerInnen einer AHS-Oberstufe dabei, andere Jugendliche zu Chancen und Risiken von Nanomaterialien zu interviewen („Peerbefragung“) sowie eine andere AHS-Oberstufenklasse, Rollenspiele zur selben Thematik zu erstellen.

„BLUKONE— Blended Learning Unterrichtskonzept zur Kompetenzentwicklung Nachhaltiges Energiemanagement“

Im Projekt „BLUKONE— Blended Learning Unterrichtskonzept zur Kompetenzentwicklung Nachhaltiges Energiemanagement“ (gefördert vom Klima- und Energiefonds 2012-2014) erarbeiteten Mitglieder des BNE-Teams gemeinsam mit WissenschafterInnen und DesignerInnen von Computerspielen eine Lernumgebung für die 10.-12. Schulstufe, in der Kompetenzen für nachhaltigen Umgang mit Energie erworben werden können. Es geht um die alternative Bereitstellung, sowie die effektive Verteilung und Nutzung von Energie. SchülerInnen entwickeln neben ihrem Wissen ihre sozialen und personalen Fähigkeiten weiter und erhalten eine Basisqualifikation in nachhaltigem Energiemanagement. Das gibt ihnen einerseits zusätzliche Chancen am Arbeitsmarkt, andererseits die Möglichkeit, ihre Zukunft aktiv und positiv mitzugestalten.

Dieses Projekt erhielt 2014 den Energy Globe Award Wien im Bereich Jugend.

Eine weitere derzeit laufende Forschungs-Bildungs-Kooperation ist „SOLARbrunn“ (Laufzeit 2014-2016, gefördert von Sparkling Science).