CC-ACT: Unterstützung für Österreichs Gemeinden und Regionen in der Klimawandelanpassung

Klimawandel trifft Österreich

Die Auswirkungen des Klimawandels treffen Österreich immer heftiger: So brachten etwa die Sommer 2013 und 2015 Rekordtemperaturen von über 40°C oder der Winter 2014 ein Schneechaos im Süden Österreichs. Auch vermehrt auftretende lokale Starkniederschläge und Hitzetage sind Anzeichen eines sich ändernden Klimas. Neben solchen Extremwetterereignissen sind aber auch schleichende Veränderungen zu beobachten wie etwa ein verfrühter Frühlingsbeginn und der Rückgang der Gletscher – hervorgerufen durch den Anstieg der Durchschnittstemperaturen. Die Wissenschaft ist sich heute einig, dass die ungewöhnlich ausgeprägte und rasche Erwärmung der Erdatmosphäre auf das Handeln der Menschen zurück zu führen ist (IPCC 2014).

ForscherInnen gehen davon aus, dass sich durch die fortschreitende Klimaerwärmung die negativen Folgen für die Gesellschaft zukünftig noch verstärken werden. Die zentrale Frage dabei lautet: Wie können wir unterschiedliche Bereiche gestalten, dass sie auch unter geänderten Klimabedingungen zukunftsfähig sind? Neben Klimaschutz, also Maßnahmen zur Verringerung der Treibhausgase, ist darüber hinaus die Anpassung an die nicht mehr abwendbaren Folgen des Klimawandels erforderlich. Dafür müssen bereits heute erste Schritte gesetzt werden.

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© Stefanie Schabhüttl

Österreichs Gemeinden und Regionen müssen handeln

In jeder Region sind die Auswirkungen des Klimawandels anders sichtbar und spürbar: So kann beispielsweise vermehrte Trockenheit im Süden Österreichs das Ausfallsrisiko für die Landwirtschaft erhöhen, wogegen bestimmte Regionen im Alpenraum durch mildere Temperaturen ein neues Potential für den Tourismus erschließen können.

Es gilt, dem globalen Phänomen Klimawandel lokal entgegenzuwirken. Neben Klimaschutzaktivitäten ergibt sich für Gemeinden und Regionen nun die Notwendigkeit, die Bereiche in ihrer Zuständigkeit an ein verändertes Klima anzupassen. Dabei sind BürgermeisterInnen, RegionalmanagerInnen, Planungsverantwortliche und weitere AkteurInnen in den Gemeinden und Regionen oftmals mit folgenden Fragen konfrontiert:

  • Wie muss die Flächenwidmungsplanung angepasst werden, um mit lokalen Starkniederschlägen, Hitze, usw. besser umgehen zu können?
  • Sind die bestehenden Maßnahmen im Katastrophenschutz ausreichend, um die zukünftigen klimawandelbedingten Herausforderungen abfedern zu können? Was braucht es zusätzlich?
  • Wie kann trotz Trockenheit eine ausreichende Wasserversorgung in der Region sichergestellt werden?

Für diese und weitere Fragen ist es notwendig, regionalspezifische Antworten zu finden und lokale Lösungen zur Anpassung umzusetzen. Das Projekt CC-ACT „Climate change adaptation in municipalities: awareness raising and capacity building for action in Austria” unterstützt Gemeinden und Regionen dabei, passende Schritte zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels zu setzen.

Wie kann das Projekt CC-ACT unterstützen?

Das Ziel des Projektes CC-ACT ist es, ein Handbuch/Online-Tool als Unterstützung für die Anpassung an den Klimawandel für Österreichs Gemeinden und Regionen zu erstellen. Die Zielgruppe dafür sind jene MultiplikatorInnen, die bereits langjähre Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Gemeinden haben (z. B. Leader, LA 21, Klima- und Energiemodellregionen, Klimabündnis, RegionalmanagerInnen). Das Besondere an diesem Handbuch wird sein, dass es sich an den Bedürfnissen der Gemeinden orientiert und in einem transdisziplinären Prozess gemeinsam mit potenziellen AnwenderInnen im Rahmen mehrerer Workshops erarbeitet wird.

Zudem werden Schulungen mit MultiplikatorInnen durchgeführt, die sie befähigen sollen, gemeinsam mit den Gemeinden Maßnahmen für den Umgang mit Klimawandelfolgen auszuarbeiten und diese auf den Weg zu bringen.

Das Handbuch sowie das Trainingskonzept werden ab Herbst 2016 auf www.klimawandelanpassung.at öffentlich zugänglich gemacht.

Projektleitung: Umweltbundesamt
Projektpartner:

  • Institut für Landschaftsentwicklung, Erholungs- und Naturschutzplanung, Universität für Bodenkultur
  • Institut für Wald-, Umwelt- und Ressourcenpolitik, Universität für Bodenkultur
  • Forum Umweltbildung/Umweltdachverband
  • University of Oxford, Environmental Change Institute – UKCIP
  • Institut für Meteorologie, Universität für Bodenkultur

Laufzeit: 01.10.2014-31.11.2016
Fördernde Institution: ACRP (Austrian Climate Research Programme) des Österreichischen Klima- und Energiefonds
Projektwebsite: derzeit im Aufbau