Überblick


Boden erfüllt nicht nur für die Natur, sondern auch für den Menschen viele wichtige Funktionen. Er dient nicht nur Millionen Mikroorganismen als Lebensraum und bildet die Grundlage unserer Nahrungsproduktion sowie unseres Rohstoffbedarfs, sondern spielt auch eine wichtige Rolle als CO2-, Nährstoff- und Wasser-Speicher bzw. -Filter und trägt damit entscheidend zur Reinhaltung des Grund- und Trinkwassers, zum Schutz vor Hochwasser und zur Stabilisierung des Klimas bei. Seine zunehmende Gefährdung ist jedoch besorgniserregend: Freie Bodenflächen werden durch Verbauung und Versiegelung immer weniger, Österreich ist dabei trauriger Europameister: 14,7 ha oder 24 Fußballfelder beträgt nach aktuellen Untersuchungen des Umweltbundesamts die tägliche Flächeninanspruchnahme in der Periode 2014-2016. Das überschreitet den Zielwert der österreichischen Strategie für nachhaltige Entwicklung – der allerdings bereits 2010 erreicht werden hätte sollen – um fast das Sechsfache! Der Versiegelungsgrad stieg seit 2001 um 43.000 ha; im Jahr 2016 lag er bei 230.000 ha – das ist fast die Fläche Vorarlbergs!

Zudem haben Erosion, Verluste organischer Substanzen, Verdichtung, Versalzung, Erdrutsche, Überschwemmungen,  Verunreinigung und die Zerschneidung der Landschaft negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit, Ernährungssicherheit, natürlichen Ökosysteme, Biodiversität, auf das Klima und unsere Wirtschaft.

Ohne aktiven Bodenschutz wird es unmöglich sein, Lebensmittelsicherheit zu garantieren, den Verlust der Biodiversität zu stoppen, eine biologische und multifunktionelle Landwirtschaft zu ermöglichen, die Folgen von Klimakatastrophen zu mindern und sich dem Klimawandel anzupassen. Dass z. B. die Alpenkonvention ein eigenes Bodenschutzprotokoll mit spezifischen Maßnahmen zum Bodenschutz im alpinen Raum vorsieht, unterstreicht die Bedeutung dieser oftmals als zu selbstverständlich angesehenen Ressource. Derzeit liegt Bodenschutz in Österreich in der Kompetenz der Bundesländer, eine bundesweite oder europaweite Regelung existiert (noch) nicht.

Vor diesem Hintergrund spielt Bodenschutz in vielen Aktivitäten und Projekten des Umweltdachverbandes eine große Rolle, insbesondere im Zusammenhang mit energiewirtschaftlicher Raumplanung im Bereich Energie & Ressourcen, aber natürlich auch auf dem Gebiet des Biodiversitäts- oder des Naturschutzes, im Bereich Hochwasser- und Gewässerschutz oder im Bereich der Landwirtschaft und des Kulturlandschaftsschutzes im Zuge des Netzwerks Zukunftsraum Land.

Unter dem Titel „BodenReich“ hat das FORUM Umweltbildung im Umweltdachverband zudem aus Anlass des Jahres des Bodens 2015 Lehrmaterial für Jugendliche im Alter von 15-19 Jahren zum Thema Bodenschutz aufbereitet.

People4Soil – für einen europaweit geregelten Bodenschutz!

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Als nationale Koordinationsstelle unterstützt der Umweltdachverband außerdem die Europäische Bürgerinitiative People4Soil, die sich für die Verankerung einer europaweiten Bodenschutzgesetzgebung einsetzt.

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24

Fußballfelder an Fläche verliert Österreich jeden Tag durch Verbauung und Versiegelung

100

Jahre dauert die Entwicklung von 1 cm Boden

11 Mio.

Tonnen Düngemittel werden pro Jahr in Europa verbraucht

Veranstaltungen und weiterführende Informationen