Mutiger Einsatz für die grüne Wildnis am Strom

- Fotos: Archiv Kuratorium Wald
Das Kraftwerk Hainburg war als eine der letzten «östlichen» Staustufen der Donau in Österreich vorgesehen. Der damalige Bundeskanzler Fred Sinowatz kündigte 1983 den Bau an - just im selben Jahr, als die Bundesregierung das internationale Ramsar-Abkommen zum Schutz von Feuchtgebieten unterzeichnete. Am 26.11.84 wurde die rechtlich fragwürdige Naturschutzbewilligung, am 5.12. die Wasserrechtsgenehmigung erteilt und die Donaukraftwerke AG begann in der Stopfenreuther-Au mit den Schlägerungen. Am 8.12. organisierten die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) und das Konrad Lorenz-Volksbegehren einen «Sternmarsch».
Pressekonferenz der Tiere
Einer der HauptakteurInnen war UWD-Präsident Gerhard Heilingbrunner, damals Leiter des Alternativ-Referats der ÖH, der bereits am 14. Mai u.a. mit «Hirsch» Günther Nenning und «Laufkäfer» Freda Meissner-Blau als «Eisvogel» bei der «Pressekonferenz der Tiere» den Auftakt zum Konrad Lorenz-Volksbegehren initiiert hatte.
Widerstand mit Herz
Getragen wurde der Protest von VertreterInnen aller Bevölkerungsschichten, darunter KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen wie Arik Brauer, Friedensreich Hundertwasser und Robert Jungk. Sie alle protestierten gegen Behördenwillkür, Gesetzesbruch und das Vorgehen der Regierung. Im Anschluss an den Sternmarsch übernachteten Hunderte Menschen in der Au und erzwangen am nächsten Morgen die Einstellung der Rodungsarbeiten. Das Gebiet wurde zum polizeilichen Sperrgebiet erklärt, trotzdem harrten die NaturschützerInnen weiterhin in der Au aus. Am 19.12. kam es zu schweren Zusammenstößen: 4.000 Polizisten trafen auf 5.000 AubesetzerInnen. Die traurige Bilanz: 26 Verletzte. Danach protestierten mehr als 40.000 Menschen am Wiener Ballhausplatz. Sinowatz verkündete am 21.12. eine «Weihnachtsruhe» und setzte die Weiterführung der Rodungsarbeiten aus. In der Folge wurden eine Reihe von Verfahren beim Verfassungs- und Verwaltungsgerichtshof durchgeführt.
Konrad-Lorenz-Volksbegehren
Von 4. bis 11. März 1985 mobilisierte das Konrad-Lorenz-Volksbegehren - initiiert von Freda Meissner Blau, Günther Nenning und Gerhard Heilingbrunner - 353.906 BürgerInnen, die mit ihrer Unterschrift u. a. die Errichtung eines Nationalparks Donau-Auen verlangten. Im April 1985 bestellte die Bundesregierung die Ökologiekommission, die in drei Arbeitskreisen tagte, die ein Donaukraftwerk am geplanten Standort in Hainburg ablehnte. Schließlich hob am 1. Juli 1986 der Verwaltungsgerichtshof den Wasserrechtsbescheid auf.
Auf Initiative von LH Erwin Pröll und Bürgermeister Michael Häupl wurde 1996 schließlich der Nationalpark Donau-Auen ausgerufen.


