Was tut Österreich?

Österreich präsentiert sich gerne als Umweltmusterland und betont die reichen Naturschätze, die es in diesem Land gibt. Doch leider ist Österreich kein Umweltmusterland mehr und viele Naturschätze sind durch den Klimawandel gefährdet. Dennoch leisten wir uns eine desaströse Klimabilanz: Derzeit liegen die CO2-Emissionen Österreichs 21,4 % über dem Zielpfad des Kyotoziels. Da im Inland nicht eingespart wurde, blieb nichts anderes übrig als im Rahmen des JI/CDM-Programms im Ausland in Emissionsminderungen zu investieren, die wir uns dann anrechnen lassen können. Mehr als eine halbe Milliarde Euro musste bisher wegen der fahrlässigen Klimapolitik in diese Maßnahmen gesteckt werden. 

Vermutlich will man dem Kyoto-Ziel aber nun auch nicht mehr zuviel Aufmerksamkeit schenken, denn mittlerweile hat die EU neue Klimaziele für 2020 ausgegeben und die bedeuten für Österreich vor allem eines: Deutlich reduzierte Zielverpflichtungen. Sah das Kyoto-Ziel gegenüber 1990 noch eine Treibhausgasreduktion bis 2012 um 13 % vor, bedeutet das 2020-Ziel der EU für Österreich, umgelegt auf 1990, nur noch eine Reduktion von 3,4 %. Österreich nimmt sich damit bis 2020 Zeit, um ein Ziel zu erreichen, das weit unter den Zielen bis 2012 liegt.

Angesichts der Anforderungen des Klimaschutzes ist Österreichs Verpflichtung seine Treibhausgase um 3,4 % zu verringern blanker Hohn: Zwischen 25 und 40 % müssten entwickelte Industriestaaten bis 2020 reduzieren, wenn die Chance aufrecht erhalten werden soll, die globale Erwärmung auf unter 2 °C zu begrenzen. Klimaschutz, globale Verantwortung und Fairness gegenüber zukünftigen Generationen - in Österreich leider nur hohle Phrasen.

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