Wie verhält sich Europa?

Europa zeigte sich in der Vergangenheit als Vorreiter im Kampf gegen den Klimawandel. Nicht zuletzt dem Einsatz der EU ist es zu verdanken, dass das Kyoto-Protokoll in Kraft treten konnte. Mit den 2020-Zielen war die EU die erste Region der Welt, die sich selbst zu Emissionsreduktionen verpflichtete. Bis 2020 sollen die Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 um 20 % reduziert werden. Allerdings zuwenig, um die globale Erwärmung auf unter 2° zu stoppen. Denn dafür wäre laut UN-Berichten eine Reduktion um 25 bis 40 % notwendig. Das 20 %-Ziel war vor allem Taktik: Für den Fall, dass andere Staaten mitziehen, stellte die EU eine Reduktionsverpflichtung um 30 % in Aussicht.

Diese Hoffnung erfüllte sich aber nur zum Teil: Zwar haben viele Staaten Emissionsreduktionen angeboten, ein verbindliches Abkommen konnte in Kopenhagen 2009 jedoch nicht geschlossen werden. Mittlerweile wird die EU aber auch von vielen Staaten überboten: Norwegen, Japan und Brasilien bieten Emissionsreduktionen zwischen 20 und 40 % an, Ziele, die mit dem Zielpfad zur Erreichung des 2°C-Ziels kompatibel sind. Entwicklungsländer, wie die Malediven und Costa Rica haben vor, bis 2020 ihre Emissionen um 90 bis 100 % zu reduzieren und weitgehend klimaneutral zu werden. Ausgerechnet die EU, selbsternannte Vorreiterin im Klimaschutz, macht nun nicht mehr mit und bleibt bei ihren unzureichenden Angeboten. Will die EU wieder in die Reihen derer treten, die ernsthaft den Klimawandel bekämpfen wollen, muss sie ihre Angebot auf eine Treibhausgasreduktion bis 2020 um 30 % aufwerten - damit würde sie ebenfalls auf den 2°-Zielpfad einschwenken.  

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