Naturkatastrophen gab es immer, warum ist jetzt plötzlich der Klimawandel schuld?
Obwohl einzelne Naturkatastrophen nicht direkt auf den Klimawandel zurückgeführt werden können, steigt durch den Klimawandel die Wahrscheinlichkeit, dass Naturkatastrophen auftreten. So ist die Voraussetzung für die Entstehung von Wirbelstürmen eine Meeresoberflächentemperatur von über 26 °C. Durch die Erwärmung der Meere weiten sich die Gebiete aus, in denen diese Bedingungen vorherrschen. Wirbelstürme werden deshalb in Zukunft auch in Gebieten auftreten, die bisher nicht zu den Risikozonen gehörten. Als erste Vorboten dieser Entwicklung gelten die Wirbelstürme, die Brasilien (2004) und Spanien (2005) heimsuchten. Der Klimawandel führt zudem zu einer höheren Intensität von Wirbelstürmen. Der WBGU (2006) fand heraus, dass durch die bisherige Erwärmung der Meere um 0,5 °C die Intensität von Wirbelstürmen bereits um 70 % zugenommen hat. Die Folgen werden vor allem die Karibikanrainerstaaten und Länder in Südasien, wie Bangladesch, zu spüren bekommen.
Nicht nur Wirbelstürme werden zunehmen. Auch die Dürrewahrscheinlichkeit wird weltweit steigen. Bisher wurde beobachtet, dass es besonders in der nördlichen Hemisphäre, Südasien, Afrika, Kanada und Alaska trockener wurde. Weltweit könnten sich bei ungebremstem Klimawandel die dürregefährdeten Gebiete von 1 % auf 30 % der Erdoberfläche ausweiten. Besonders stark betroffen wird Afrika sein, wo das Dürrerisiko flächendeckend steigen wird. Gleichzeitig steigt durch den Klimawandel auch das Risiko von Überschwemmungen. Niederschläge fallen nicht mehr gleichmäßig über das Jahr verteilt, sondern konzentriert in Form von Starkniederschlägen. Paradoxerweise führt das dazu, dass jene Gebiete, die von Dürren bedroht sind, zunehmend auch mit Überschwemmungen zu kämpfen haben werden.
Betrachtet man die Katastrophenstatistik der letzten 30 Jahre, zeigt sich, dass Sturm-, Flut- und Dürrekatastrophen in Relation zu geologischen Katastrophen deutlich zunehmen. Die Beobachtung deckt sich also mit den Befürchtungen der Wissenschafter. Naturkatastrophen werden, nach allen bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen, in Zukunft häufiger und heftiger zuschlagen. Stark betroffen davon wären weltweit dicht besiedelte Regionen (siehe Grafik).

- Quelle: WBGU (2007): Sicherheitsrisiko Klimawandel. S. 112