Wieviel Klimawandel verträgt der Mensch?

Es ist schwierig eine Obergrenze für globale Erwärmung festzulegen, da auch der bisherige Temperaturanstieg von 0,74 °C schwere Folgewirkungen zeigt. In vielen Regionen wird mit Ernteeinbussen gerechnet, sensible Ökosysteme bekommen bereits bei einer Erwärmung um 1 °C ernsthafte Probleme und Extremereignisse schlagen bereits heute immer heftiger zu. Die Experten einigten sich aber auf eine Schwelle von 2 °C, die nicht überschritten werden sollte. Wird dieses Limit nicht eingehalten, zeigen die Szenarien einen sprunghaften Anstieg von Katastrophen, die Folgen werden zusehends unvorhersehbar und unkontrollierbar. So würde die Wahrscheinlichkeit von abrupten Klimaänderungen steigen und damit die Gefahr, dass der Golfstrom versiegt - eine dramatische Abkühlung in Europa wäre die Folge. Ganze Ökosysteme würden kollabieren, der Amazonas könnte zusammenbrechen, die Anzahl der Menschen, die unter akuter Wasserknappheit leiden, könnte sich um bis zu 3 Milliarden erhöhen. Ab einer Erwärmung von 3 °C wird davon ausgegangen, dass unsere bisherigen Agrarsysteme kollabieren und es zu dramatischen Ernteeinbrüchen kommen würde.Anstatt CO2-Emissionen zu reduzieren, steigen die Emissionen aber weiter ungebremst. Wie in untenstehender Grafik eindrucksvoll dargestellt wird, steigen die CO2-Emissionen sogar mit wachsender Geschwindigkeit (schwarze Linie) und schneller als das Wachstum des Welt-BIPs (blaue Linie). Wir entfernen uns also nicht nur vom 2°C-Ziel, sondern halten den bisherigen Kurs, geben sogar noch mehr Gas und steuern sehenden Auges direkt auf die Klimakatastrophe zu.

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Abbildung: Entwicklung von CO2-Emissionen, Primärenergieverbrauch, Bevölkerungswachstum, BIP, CO2-Intensität und Energieintensität. Quelle: PIK (2008): A global contract on climate change.