Können wir uns den Kampf gegen den Klimawandel überhaupt leisten?
Um den Klimawandel wirksam zu bekämpfen schätzen Experten Kosten in Höhe von 1,5 % des Weltbruttosozialprodukts für die nächsten 100 Jahre. Zwei Drittel der weltweiten Rüstungsausgaben würden ausreichen, um die globale Erwärmung bei 2 °C einzudämmen. Es stimmt nachdenklich, dass der Aufbau von Zerstörungspotential kaum gerechtfertigt werden muss, während es sich sehr schwierig gestaltet, ausreichende Finanzmittel für Zukunftsinvestitionen bereitzustellen.
Tatsächlich können wir es uns nicht leisten, den Klimawandel weiter zu ignorieren. Erwärmt sich die Erde weiterhin ungebremst, werden die Kosten gewaltige Ausmaße annehmen. Der Stern-Report 2006 geht davon aus, dass das zukünftige Weltbruttosozialprodukt um bis zu 20 % niedriger ausfallen könnte, wenn nicht entsprechend gegengesteuert wird. Heute werden bereits aus Angst vor Nullwachstum milliardenschwere Konjunkturpakete geschnürt. Aus wirtschaftlicher Sicht macht der Kampf gegen den Klimawandel daher nicht nur Sinn, sondern ist notwendig, wenn in Zukunft viel dramatischeren Einbrüchen vorgebeugt werden soll.
Aber natürlich ist der Kampf gegen den Klimawandel nicht nur aus wirtschaftlichen Motiven sinnvoll. Das menschliche Leid kann in diesen Kalkulationen nicht entsprechend erfasst werden. Millionen würden ihre Existenzgrundlage verlieren und entwurzelt, Inseln und Megastädte würden buchstäblich im Meer versinken, Naturkatastrophen würden viele Menschenleben kosten und ganze Ökosysteme könnten zusammenbrechen, wenn jetzt nicht entschiedenes Handeln dagegen gesetzt wird. Es ist unverantwortlich die Folgewirkungen des Klimawandels in Kauf zu nehmen, da wir die Möglichkeit haben einen anderen Weg zu wählen.