Was muss getan werden?

Derzeit gehen Wissenschafter davon aus, dass bei einer Eindämmung der globalen Erwärmung auf unter 2 °C unkontrollierbare Folgen des Klimawandels vermieden werden können. Werden die globalen Treibhausgasemissionen bis 2050 um 50 % reduziert, besteht eine 50:50-Chance das Ziel zu erreichen. Die Chance das Ziel zu erreichen wäre dann also nicht größer als bei einem Münzwurf. Derzeit bewegen wir uns aber in die falsche Richtung, denn die Treibhausgasemissionen sind im Steigen begriffen. Desto früher ein Reduktionspfad eingeschlagen wird, desto sanfter wird der Umstieg ausfallen. Wird weiter zugewartet, müssen Reduktionspfade mit drastischen Verringerungen gewählt werden - was dann auch große wirtschaftliche und soziale Folgen hätte.

Im Sinne einer fairen Lastenaufteilung sollten Industrieländer 80 %, Entwicklungsländer 20 % ihrer Emissionen gegenüber 1990 reduzieren. Das ist auch für Entwicklungsländer eine große Herausforderung, da viele Schwellenländer gerade in den 1990igern eine dynamische wirtschaftliche Entwicklung vollzogen haben. Wenn das Schlimmste vermieden werden soll, müssen diese Schritte aber rasch erfolgen. Das Zeitfenster für Klimaschutzmaßnahmen ist äußerst knapp: Die Emissionen, die bisher in die Atmosphäre gelangt sind, werden selbige noch weitere Jahrzehnte aufheizen. Wir haben kaum Einfluss auf die Entwicklung der nächsten 20 Jahre. Aber was wir heute tun, entscheidet, wie stark die globale Entwicklung ab Mitte des 21. Jahrhunderts ausfallen wird. Werden in den nächsten zehn Jahren keine wirksamen Maßnahmen ergriffen, besteht kaum eine Chance, das 2 °C-Limit einzuhalten und wir werden die Folgen eines ungebremsten Klimawandels zu spüren bekommen.  

nächste Frage vorherige Frage