Gemeinsame Agrarpolitik

Die Gemeinsame Agrarpolitik der EU (GAP) ist nicht nur eine der wichtigsten politischen Grundlagen für Ernährungssicherheit und Lebensmittelqualität, sowie für die nachhaltige Entwicklung ländlicher Räume, sondern auch für die Umsetzung von Natur- und Umweltschutzzielen und den Erhalt der reichhaltigen und kleinstrukturierten Agrarlandschaft Österreichs.

Neben den Maßnahmen zur Stützung der Märkte (erste Säule) ist die Politik zur Entwicklung des ländlichen Raums (zweite Säule) zu einer wesentlichen Komponente des europäischen Agrarmodells geworden, das auf der Multifunktionalität der Landwirtschaft basiert.

Allerdings verursachen oder beeinflussen Land- und Forstwirtschaft aufgrund ihres hohen Flächenanteils von über 40 % in der EU auch Problemfelder wie etwa den dramatischen Biodiversitätsverlust, Übernutzung von Ressourcen, Wasserverschmutzung und Bodenerosion. Dadurch kommt ihnen eine entscheidende Rolle für das Erreichen von Zielen zum Erhalt der biologischen Vielfalt in Europa und Österreich zu.

Thüringerberg © Burger-Scheidlin

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Die Notwendigkeit einer stärkeren Ökologisierung ist deshalb unabdingbar. Mit Beginn der Förderperiode 2015 sind zwar 30 Prozent der Direktzahlungen aus der 1. Säule der GAP an „für den Klima- und Umweltschutz förderliche Landbewirtschaftungsmethoden“ gebunden, dies muss aus Sicht des Umweltdachverbandes allerdings nachgeschärft werden, denn die derzeitige Ausführung des Greenings führt bisher in weiten Teilen der EU zu keinen nennenswerten positiven Effekten für die Biodiversität.

Mit Februar 2017 hat den Reformprozess der GAP bereits begonnen. Am 2. Februar 2017 startete die Europäische Kommission eine öffentliche Konsultation über die Modernisierung und Vereinfachung der GAP. Bis zum 2 Mai 2017 ist die Meinung der Öffentlichkeit gefragt. Die Ergebnisse werden im Rahmen einer Konferenz im Juli 2017 vorgestellt. Die Teilnahme ist unter diesem Link möglich.

Unter dem Motto „Public money for public goods“äußerten sich Umweltdachverband, BirdLife Österreich & Naturschutzbund gemeinsam für einen EU-weit wirksamen Biodiversitätsschutz in der GAP2020+. Die künftige GAP soll ökologisch sinnvoll ausgerichtet sein, wofür ein fixer Anteil an Finanzmitteln bereitgestellt werden muss (siehe dazu unsere Presseaussendung).

Um den globalen Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) gerecht zu werden, ist eine umfassende Reform der GAP unabdingbar. Eine breite Bewegung der Zivilgesellschaft (über 130 Organisationen), welcher sich auch der Umweltdachverband angeschlossen hat, fordert in ihrer Position folgende Grundsätze für die zukünftige Agrarpolitik: faire und vielfältige Nahrungsmittelwirtschaft, gesunde Umwelt, bedeutsamerTierschutz, Gesundheit und Wohlbefinden der Bevölkerung. Das gemeinsame Statement ist unter diesem Link verfügbar.