Gemeinsame Agrarpolitik

Die Gemeinsame Agrarpolitik der EU (GAP) ist nicht nur eine der wichtigsten politischen Grundlagen für Ernährungssicherheit und Lebensmittelqualität, sowie für die nachhaltige Entwicklung ländlicher Räume, sondern auch für die Umsetzung von Natur- und Umweltschutzzielen und den Erhalt der reichhaltigen und kleinstrukturierten Agrarlandschaft Österreichs.

Neben den Maßnahmen zur Stützung der Märkte (erste Säule) ist die Politik zur Entwicklung des ländlichen Raums (zweite Säule) zu einer wesentlichen Komponente des europäischen Agrarmodells geworden, das auf der Multifunktionalität der Landwirtschaft basiert.

Allerdings verursachen oder beeinflussen Land- und Forstwirtschaft aufgrund ihres hohen Flächenanteils von über 40 % in der EU auch Problemfelder wie etwa den dramatischen Biodiversitätsverlust, Übernutzung von Ressourcen, Wasserverschmutzung und Bodenerosion. Dadurch kommt ihnen eine entscheidende Rolle für das Erreichen von Zielen zum Erhalt der biologischen Vielfalt in Europa und Österreich zu.

Thüringerberg © Burger-Scheidlin

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Die Notwendigkeit einer stärkeren Ökologisierung (Greening) ist deshalb unabdingbar. Mit Beginn der Förderperiode 2015 sind zwar 30 Prozent der Direktzahlungen aus der Ersten Säule der GAP an „für den Klima- und Umweltschutz förderliche Landbewirtschaftungsmethoden“ gebunden, dies muss aus Sicht des Umweltdachverbandes allerdings nachgeschärft werden. Die Ökologisierungsmaßnahmen müssen ausgebaut, in allen Mitgliedstaaten korrekt umgesetzt, ausreichend finanziert und kontrolliert werden.

Der Umweltdachverband fordert die Entscheidungsträger durch Stellungnahmen und Empfehlungen auf, bei der künftigen Umsetzung der GAP eine sinnvolle ökologische Ausrichtung mit ausreichender finanzieller Grundlage zu gewährleisten.