Gender Mainstreaming im Umweltdachverband

Der Umweltdachverband verfolgt im Sinne des Gender Mainstreaming das Ziel, im Bereich Geschlechtergerechtigkeit und Chancengleichheit vorbildhaft zu agieren - nach innen wie nach außen, auf der strukturellen Ebene wie in den tagtäglichen Arbeitsschritten.  

Hintergrund:

  • Gender bezeichnet im Englischen die gesellschaftlich, sozial und kulturell geprägten Geschlechtsrollen von Frauen und Männern. Diese sind - anders als das biologische Geschlecht (im Englischen sex) - erlernt und damit auch veränderbar. Gender Mainstreaming (GM) bedeutet, bei allen Vorhaben die unterschiedlichen Lebens­situationen und Interessen von Frauen und Männern von vornherein und regelmäßig zu berücksichtigen - mit dem Ziel der Gleichstellung von Frauen und Männern.
  • Gender Mainstreaming - rechtliche Verankerung: Auf EU-Ebene wurde Gender Main­streaming als horizontaler Ansatz Anfang der 1990er Jahre in verschiedenen Politikbereichen verankert, mit dem Amsterdamer Vertrag (in Kraft seit 1999) auch in das Primärrecht aufgenommen. In Österreich beruht die Umsetzung von Gender Mainstreaming auf Art. 7 des Bundes­ver­fassungsgesetzes sowie mittlerweile drei Ministerratsbeschlüssen.
  • Das Europäische Jahr der Chancengleichheit für alle 2007 legte einen speziellen Fokus auf die Geschlechterdimension.
  • Gender und Nachhaltigkeit: Ein wesentliches Ziel von nachhaltiger Entwicklung ist Ver­teilungsgerechtigkeit - zwischen Nord und Süd  ebenso wie zwischen den Ge­schlechtern. (Nicht)Nachhaltigkeit hat wesentlich mit dem sozialen Geschlecht zu tun (siehe z.B. die Themenfelder Konsum, Mobilität oder Wasser).
  • Förderstellen und AuftraggeberInnen - wie Bund, Länder oder auch die EU - verlangen zusehends Angaben zu geschlechterspezifischen Auswirkungen von Projekten.  

Gendersensible Kommunikation nach innen und außen

Der Umweltdachverband als wichtiger Akteur im Bereich Nachhaltigkeit ist daher gefordert, auch im Bereich Geschlechtergerechtigkeit vorbildhaft zu agieren - nach innen wie nach außen, auf der strukturellen Ebene wie auch in den tagtäglichen Arbeitsschritten. Dazu braucht es neben konkreten Anleitungen (z.B. für Öffentlichkeitsarbeit, Publikationen, Projektentwick­lung etc.) auch entsprechende Sensibilisierungsmaßnahmen. Gender Mainstreaming ist eine prozess­orien­tierte Querschnittsaufgabe, die auf allen Ebenen ansetzen muss, um das Ziel der Gleichstellung von Frauen und Männern effektiv verwirklichen zu können.
Die Arbeitsgruppe «Gender» im UWD hat dazu ein Papier zur gendersensiblen Kommunikation verfasst.