Global Marshall Plan

Nach dem Zweiten Weltkrieg entschieden sich die Vereinigten Staaten von Amerika zu einem historischen Schritt: Sie erhöhten ihren Etat für wirtschaftliche Unterstützungsmaßnahmen anderer Länder vier Jahre lang auf durchschnittlich 1,3 Prozent ihres Bruttosozialproduktes und finanzierten damit den so genannten Marshall Plan für das kriegszerstörte Europa - ein entscheidender Beitrag zum europäischen Wirtschaftswunder. Mehr als 50 Jahre später befindet sich die Welt in Folge fortschreitender Globalisierung in einer schwierigen Lage - egal, ob es um die Umweltsituation, um Armut und Verteilungsfragen oder den Ausgleich der Kulturen geht. Heute sind Friede, Freiheit, Wohlstand und Sicherheit vor allem durch extreme wirtschaftliche Ungleichheit gefährdet. Die Hälfte der Weltbevölkerung muss mit weniger als 2 Euro pro Tag auskommen, 26.000 Menschen sterben täglich an Hunger und Mangel an sauberem Wasser. Die - hauptsächlich durch unseren nicht-zukunftsfähigen Lebensstil bedingten - globalen Umweltprobleme treffen die ärmsten Regionen aufgrund sensiblerer Ökosysteme besonders hart und sind nicht auf nationalstaatlicher Ebene lösbar, sondern erfordern eine globale Partnerschaft. Ebenso kann umfassende menschliche Sicherheit nicht gegen, sondern nur miteinander erreicht werden.

Ziel ist eine weltweite ökosoziale Marktwirtschaft
Vor diesem Hintergrund riefen VertreterInnen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Medien und Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs) am 16. Mai 2003 in Frankfurt/Main die so genannte Global Marshall Plan-Initiative (GMPI) für eine weltweite ökosoziale Marktwirtschaft ins Leben.
Ihr Ziel ist es, weltweit Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik für eine neue Ära der Zusammenarbeit zu gewinnen und globale Sicherheit, Frieden und Wohlstand für alle Menschen auf diesem Globus zu schaffen. Dabei will man an den Erfolg des Marshall Plans der USA für Europa nach dem 2. Weltkrieg anknüpfen und die positiven Erfahrungen aus den EU-Erweiterungsprozessen auf den ganzen Globus übertragen. Zu den Trägern der Initiative gehören z.B. das Ökosoziale Forum, der Club of Rome, die Stiftung Weltvertrag, der Club of Budapest, der Umweltdachverband, Mitglieder des Europäischen Parlamentes, UN-Organisationen und Parlamentarier verschiedener Nationen. Darüber hinaus wird die Initiative inzwischen von zahlreichen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und von Organisationen des gesamten politischen Spektrums unterstützt, wie Johan Galtung, Susan George, Hazel Handerson, Rajendra K. Pachauri, Margrit Kennedy, Robert Muller, Ernst Ulrich von Weizsäcker, Jakob von Uexküll, Hubert Weinzierl, Hermann Scheer und Senta Berger.