Vom Wesen der Honigbiene
Von einem Flug bringt eine Arbeiterin 25 bis 35 Milligramm Nektar oder bis zu 2,3 Millionen Pollenkörner zu ihrem Volk zurück, wobei sie bis zu einem Drittel ihres Körpergewichtes mit sich trägt. 10.000 dieser Transportwunderwesen in Leichtbauweise wiegen gerade mal 1 Kilogramm. Mit 180 bis 250 Flügelschlägen pro Sekunde erreichen Bienen eine Fluggeschwindigkeit von bis zu 30 Stundenkilometern. Wenn sie im Stock zum Kühlen Luft fächeln, sind es sogar bis zu 7.200 Flügelschläge. Für 300 Gramm Honig muss eine Biene rund 20.000 Mal ausfliegen. Rund 150.000 Kilometer legen Bienen für 1 kg Honig zurück und umrunden dabei fast viermal die Erde. Ein Bienenvolk braucht für sich selbst ca. 60 kg Honig und 20 kg Blütenpollen pro Jahr. Den Überschuss von 10 bis 30 kg können die ImkerInnen ernten.
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Volk der Arbeiterinnen
Bienen zählen zu den Staaten bildenden Insekten. Zu einem Bienenvolk gehören: eine Königin als begattetes Weibchen (Weisel), mehrere hundert Drohnen (männliche Bienen) und 50.000 bis 70.000 Arbeiterinnen. Eine Arbeiterin lebt etwa 60 Tage und erfüllt während ihres Lebens immer neue Aufgaben: Zunächst ist sie eine Putzbiene, dann eine Amme für die Bienenlarven und dann Baumeisterin der Waben. Die Arbeiterinnen bereiten den Honig, verarbeiten den eingetragenen Blütenstaub (Pollen) und bilden den Futtersaft für die Königin (Gelée Royale). Schließlich fliegen sie aus, um Futtervorräte zu sammeln. Mit Hilfe ihrer Tanzsprache können Honigbienen den Kolleginnen im Stock (Nest) mitteilen, wo sich eine ergiebige Futterquelle befindet.
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Honig und andere Köstlichkeiten
Seit Jahrtausenden ist Honig Süßungsmittel, Kraftnahrung und Hausmittel. Er enthält mehr als 180 Inhaltsstoffe: Frucht- und Traubenzucker, Mineralstoffe, Spurenelemente und biologische Wirkstoffe. Echter Honig ist ein reines, unverfälschtes Naturprodukt, das kühl, trocken und dunkel gelagert werden sollte. Blütenpollen sind die Eiweißquelle der Bienen und auch für Menschen wertvoll. Propolis wird das Harz, das Bienen von Pflanzenknospen sammeln, genannt. Sie reichern es mit körpereigenen Enzymen an und haben dann ein natürliches Antibiotikum, mit dem sie Krankheiten vom Stock fern halten. Mit Bienenwachs - einem Drüsensekret - bauen die Insekten ihre Waben. Gelée Royale ist ein Sekret aus der Kopfspeicheldrüse der Biene und wird der Bienenkönigin als Nahrung verabreicht und ist ein veritabler Gesundheitscocktail - kein Wunder, dass Bienenköniginnen 5 bis 6 Jahre alt und doppelt so groß wie Arbeiterinnen werden.
ImkerInnen im Blickpunkt
Die Imkerei gibt es, seit die Menschen sesshaft sind. Jahrtausendelang standen Honig- und Wachsgewinnung als Nutzen im Vordergrund. In der modernen Imkerei legt man auf Völkervermehrung und Honiggewinnung im Einklang mit dem Lebensrhythmus des Bienenvolkes Wert. Im Mai beginnt die Ernte. Die Honigzellen sind mit Wachs verschlossen. Diese Wachsdeckel werden mit einer speziellen Gabel entfernt. Dann werden die Waben in einer Zentrifuge geschleudert. Der Honig fließt durch Siebe in Behälter. Die Zahl der ImkerInnen und Bienenvölker in Österreich sank in den letzten Jahren kontinuierlich. 1995 gab es noch 28.447 ImkerInnen und 393.723 Bienenvölker. Zehn Jahre später nur 23.028 ImkerInnen mit 280.624 Völkern. Ein Trend, den es aufzuhalten gilt.
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