SOER-Bericht 2010: Status quo Biodiversität
Die Europäische Umweltagentur veröffentlichte Ende 2010 den SOER-Bericht 2010 «Die Umwelt in Europa, Zustand und Ausblick 2010», der Auskunft über die jetzige Situation und die zukünftige Entwicklungen im europäischen Umweltbereich gibt. Zwanzig Seiten werden auch dem Thema «Natur und Biologische Vielfalt» gewidmet.
3. Globaler Ausblick zur Lage der biologischen Vielfalt
Der im Mai 2010 veröffentlichte dritte «Globale Ausblick zur Lage der biologischen Vielfalt» (Global Biodiversity Outlook - GBO3) zeigt den dramatischen Rückgang der Artenvielfalt und des natürlichen Reichtums der Erde auf: Fast ein Viertel der Pflanzenarten ist vom Aussterben bedroht, die Wirbeltierpopulation hat zwischen 1970 und 2006 um rund ein Drittel abgenommen. Der Globale Ausblick beruht auf der Auswertung der nationalen Biodiversitätsberichte, die die Vertragsstaaten des UN-Übereinkommens über die biologische Vielfalt regelmäßig einreichen.
Europäische Rote Listen für Käfer, Libellen und Schmetterlinge
Die aktuelle Rote Liste, die die Europäische Kommission am 16. März 2010 veröffentlicht hat, bringt es ans Tageslicht: Immer mehr Insekten leiden unter dem Verlust ihrer Lebensräume durch Abholzen von Wäldern oder dem Austrocknen von Feuchtgebieten infolge des Klimawandels. Elf Prozent der Käfer, die im Faulholz leben, und 14 Prozent der Libellen in Europa sind laut der europäischen Roten Liste vom Aussterben bedroht. Fast jede zehnte Schmetterlingsart gilt als gefährdet. Das Überleben einiger Arten ist sogar weltweit bedroht!
Art.17-Bericht der Europäischen Kommission
Mitte Juli 2009 hat die EU-Kommission einen Bericht über den Erhaltungszustand von über 1150 Arten und 200 Lebensraumtypen, die durch EU-Recht geschützt sind, veröffentlicht. Das Ergebnis: Nur bei einem kleinen Teil dieser empfindlichen Lebensräume und Arten wurde ein guter Erhaltungszustand erreicht. Daher müssen die Mitgliedstaaten ihre Anstrengungen verstärken, wenn sich diese Situation verbessern soll.
Aus dem Bericht geht weiters hervor, dass die Lage auch in Österreich keineswegs rosig ist: In der Alpinen Region sind nur knapp über ein Fünftel der Lebensraumtypen und lediglich 15 Prozent der Arten in gutem Zustand. In den außeralpinen Gebieten - der kontinentalen Region - weisen bloß 4 % der Naturlandschaften und 11 % der Tier- und Pflanzenarten den geforderten günstigen Erhaltungszustand auf.