Gebietsmanagement – Planung und Umsetzung

Wesentlich für die Einhaltung der Verpflichtungen der FFH- und der Vogelschutzrichtlinie ist ein effizientes und dynamisches Management der Natura 2000-Gebiete und ihrer Schutzgüter. Neben der Vervollständigung des Natura 2000-Netzwerks ist das Management der Gebiete eine der bedeutendsten Herausforderungen für die Naturschutzarbeit in Österreich, da es die Erhaltung bzw. die Wiederherstellung des günstigen Erhaltungszustands der Natura 2000-Schutzgüter gewährleisten soll. Auch in diesem Bereich besteht in Österreich noch Handlungsbedarf. Obwohl in den letzten Jahren die Anzahl an SchutzgebietsbetreuerInnen für Natura 2000-Gebiete gestiegen ist, bleibt die Mehrheit der Natura 2000 Gebiete ohne konsequentes Management.

Die Schutzgebietsbetreuung spielt für die Akzeptanz von Schutzgebieten bei den verschiedenen Interessengruppen und in der breiten Öffentlichkeit eine wesentliche Rolle.
Der Umweltdachverband setzt sich aktuell in seinem Projekt „Veranstaltungen für SchutzgebietsbetreuerInnen“ für die Stärkung der Zusammenarbeit und die Weiterbildung der SchutzgebietsbetreuerInnen ein. Mehr dazu finden Sie hier:

Die Planung des Managements der Natura 2000-Gebiete wird meistens über die Erstellung eines Managementplans gewährleistet. Über die Hälfte der Natura 2000-Gebiete verfügen über einen Managementplan; diese sind allerdings je nach Bundesland von unterschiedlicher Qualität, und oft sehr vage in der Formulierung von Schutzzielen und -maßnahmen. Der Umweltdachverband nimmt das Thema Managementplanung und Umsetzung von Maßnahmen genau unter die Lupe und fordert

  • mehr finanzielle Mittel für die Etablierung einer wirksamen Gebietsbetreuung,
  • die Festlegung von Bewirtschaftungserfordernissen in qualitativ hochwertigen Managementplänen
  • sowie eine Verstärkung der Sensibilisierung und Einbindung von Stakeholdern

um die langfristige Sicherung der Schutzgüter von europäischer Bedeutung in Österreich zu gewährleisten.


Foto: © Stefanie Schabhüttl

Der EU-Biogeografische Prozess zum Thema Natura 2000-Management

Um die EU-Mitgliedstaaten beim Management von Natura 2000 als kohärentes europäisches Netzwerk zu unterstützen, findet analog zum biogeografischen Prozess bezüglich der Aus­weisung der Gebiete ein neuer biogeografischer Prozess zum Thema Management statt. ExpertInnen aus den Mitgliedstaaten und der Europäischen Kom­mission, VertreterInnen von Ministerien und NGOs sowie SchutzgebietsbetreuerInnen werden zum Erfahrungsaustausch, zur Vorstellung von Best Practice-Beispielen, zu Diskussionen zur Festlegung von Erhaltungszielen und -prioritäten sowie zur Förderung von Kooperationen und Synergien eingeladen.