„Komm-Natura“

Für  verbesserte Kommunikation und Partizipation in Natura 2000!

Aufgrund der unterschiedlichen Ansprüche der verschiedensten Interessengruppen und AkteurInnen an Natura 2000-Schutzgebiete (JägerInnen, FörsterInnen, NaturschützerInnen, EigentümerInnen, SchutzgebietsbetreuerInnen, Behörden, NGOs, Wissenschaft usw.) kommt es oft zu Interessenkonflikten. Der Umweltdachverband arbeitete daher in Kooperation mit Suske Consulting und LACON am Projekt „Komm-Natura“, mit dem Ziel, die alltäglichen Kommunikationsprozesse im Schutzgebietsmanagement zu erleichtern und die allgemeine Akzeptanz für Naturschutzmaßnahmen und Natura 2000 zu fördern.

© Geert Gratama, www.komm-natura.at

© Geert Gratama, www.komm-natura.at

 

Kommunikation und Emotion als Schlüssel zum Erfolg

Das gesamte Projekt basierte auf einer gezielten Einbindung der Wahrnehmung und Emotionen der Natura 2000-Stakeholder. Das persönliche Empfinden der Interessengruppen wurde in den Vordergrund gerückt, Distanzen wurden verringert durch ein konsequentes Duzen der TeilnehmerInnen der Veranstaltungen. Erfahrungsberichte als Kurzimpulse brachten den Konferenz-TeilnehmerInnen die unterschiedlichen NutzerInnengruppen näher. Eigens für die Seminar-TeilnehmerInnen angefertigte Karikaturen ermöglichten die Reflexion der eigenen Sichtweise und das bessere Verständnis der Sichtweise der Anderen. Diese im Projekt angewandten Formen der Kommunikation stellen eine Neuartigkeit in der teilweise sehr konservativen österreichischen Naturschutz-Landschaft vor und wurden aufgrund ihres innovativen und originellen Charakters gut angenommen.

Im Rahmen des Projekts wurden zahlreiche innovative Aktionen gesetzt, daraus sind neuartige Produkte entstanden:  

  • Der Ratgeber „Erste Hilfe in Partizipationsprozessen“ findet einen humorvollen Zugang zur Thematik und verpackt Tipps für gelungene Partizipation in Comics. „Ich habe Angst vor einem Konflikt, was soll ich tun?“ oder „Im Partizipationsprozess geht nichts weiter - was jetzt?“ - diese und viele weitere Fragen werden im Ratgeber „Erste Hilfe in Partizipationsprozessen“beantwortet. Auch zahlreiche wertvolle Tipps für das gute Gelingen von Gesprächen, Sitzungen oder Veranstaltungen werden gegeben.

 

  • Kommunikationsseminare & Buch „Die Sicht der Anderen“ - Arbeit mit KarikaturistInnen: Um die „Sicht der Anderen“ besser kennenzulernen, wurden die Teilnehmerinnen von zwei KarikaturistInnen, Geert Gratama und Nina Dietrich, begleitet, die in Form von Cartoons die verschiedenen Emotionen, die sich hinter den Interessenkonflikten versteckten, visualisierten. Die Seminar-TeilnehmerInnen beschrieben zu verschiedenen Fragestellungen ihre Sichtweise, die die KarikaturistInnen anschließend in ein Bild umwandelten und so diverse überraschende Aspekte zeichnerisch sichtbar machten. Insgesamt sind ca. 250 Karikaturen zum Thema Natura 2000 entstanden. Es galt, die oft festgefahrenen Blickwinkel der an Natura 2000 Beteiligten durch eine alternative Herangehensweise aufzubrechen. Das Besondere an der beschriebenen Herangehensweise war, dass die Art der Darstellung würzigen Humor in die Angelegenheit gebracht und bei dem Prozess der Kommunikation und der Öffnung gegenüber den anderen Nutzergruppen sehr geholfen hat. Die Karikaturen wurden in dem Buch „Die Sicht der Anderen“ gesammelt. Das Buch kann gegen Übernahme der Versandkosten beim Umweltdachverband bestellt werden.

 

  • Partizipative Natura 2000-Konferenz: „Natura 2000 in unserer Hand – Management gemeinsam planen und umsetzen": Die Originalität der Tagung beruhte auf ihrem partizipativen Charakter, der die BesucherInnen zur aktiven Teilnahme anregte und bewusst Raum für Austausch und gemeinsames Arbeiten ließ. Ziel war es Kommunikation und Zusammenarbeit der verschiedenen Interessengruppen zu verbessern. Wichtig war auch die Arbeit mit Bildern, um das gegenseitige Verständnis durch Verwendung von Symbolen zu erleichtern. Die Vortragenden der Tagung wurden z. B. eingeladen, einen Gegenstand mitzubringen, der am besten beschreibt, was ein guter Managementplan ist. Diese Vorgabe ließ viel Raum für Kreativität und Originalität. So wählte ein Vortragender z. B. eine Schachtel Pralinen als Gegenstand, der seine Gedanken zu einem Managementplan widerspiegelt, angelehnt an den Film Forest Gump nach dem Motto: „Man weiß nie was man kriegt“.

 

  • Kurzfilme, die Natura 2000 in Bewegung bringen: Fünfzehn Kurzfilme lassen Natura 2000-Beteiligte und -Betroffene – vom Waldeigentümer und Landwirt über NaturschützerInnen bis hin zum EU-Beamten – zu Wort kommen und liefern einfache Antworten auf Fragen, die vielen auf der Zunge liegen: Wozu brauchen wir Natura 2000 in Österreich? Was bringt Natura 2000 – außer Schwierigkeiten? Mit den Filmen sollen Sinn und Zweck von Natura 2000 besser verständlich gemacht, Gerüchte, Mythen und Halbwahrheiten entkräftet, das Überdenken von festgefahrenen Positionen unterstützt und schlussendlich die Motivation zur Beteiligung an Natura 2000 gesteigert werden. Schauen Sie sich das an!

 

Alle Infos sind auf der Projekt-Website nachzulesen.

 

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