Besorgniserregender Zustand unserer Flüsse

Die Zielerreichung des guten ökologischen Zustands nach WRRL bedeutet für Österreich eine enorme Herausforderung, da es um unsere Fließgewässer nicht sehr gut steht. Unsere Gewässer sind eindeutig «krank» und die Lage ist ernst:
Mehr als die Hälfte unserer natürlichen Flüsse erreichen laut den Erhebungen des Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplans keinen guten ökologischen Zustand!

Grund für dieses alarmierende Ergebnis ist die enorme hydromorphologische Belastung unserer Flüsse. Dazu einige Zahlen und Fakten:

  • Durchgängigkeitshindernisse - Gewässerfragmentierung: Wir haben in Österreich 27.000 nicht fischpassierbare Querbauwerke, d.h. 1 Querbauwerk pro 1,1 km
  • Aufstau - Verlust des Fließgewässercharakters, Verlust an Strukturen und Habitaten: in Österreich gibt es 574 gestaute Gewässerstrecken, das ergibt eine Gesamtlänge von 1.064 km.
  • Gewässer «ohne Wasser»: Wir sind mit 2.586 Anlagen ohne Restwasser (kein ökologischer Mindestwasserabfluss) konfrontiert, das betrifft 10,6 % des Gewässernetzes!
  • Schwallerscheinungen: In Österreich gibt es 78 Schwallstrecken, das ist eine Länge von 802 km.

Unberührte und naturnah erhaltene Gewässerstrecken sind in Österreich mittlerweile rar, daher besteht dringender Schutzbedarf!

V. Koller-Kreimel