Geschichte & Meilensteine

Der Umweltdachverband kann auf eine mehr als 40-jährige Geschichte zurückblicken, in der er einige Meilensteine erreicht hat.

Die Ursprünge des Umweltdachverbandes: Seit 1973 voller Einsatz für Natur & Umwelt

2013 feierte der Umweltdachverband (UWD) sein 40-jähriges Bestehen. Der Verein, der 1973 als „Österreichische Gesellschaft für Natur- und Umweltschutz“ (ÖGNU) gegründet wurde, blickt auf vier Jahrzehnte intensiver umweltpolitischer Arbeit zurück.

Bei der konstituierenden Sitzung am 27. März 1973 riefen Naturfreunde, Österreichischer Alpenverein, Touristenklub, Naturschutzbund, der Verband Österreichischer Höhlenforscher und die Bergwacht die ÖGNU ins Leben, um dem aufkeimenden Ökologiegedanken in unserem Land zum Durchstart zu verhelfen.

Erfolgreiche Verankerung von Ökologiethemen in der Öffentlichkeit
Die Anfangsjahre des Umweltdachverbandes bzw. der ÖGNU waren geprägt vom Einsatz in Sachen Abfallwirtschaftspolitik, Deponietechnik, Müllvermeidung sowie Wasser- und Abwasserfragen. Darüber hinaus lautete das Ziel, Ökologiethemen in einer breiteren Öffentlichkeit zu verankern. 1983 wurde deshalb die ARGE Umwelterziehung gegründet, die mit Unterstützung des Umwelt- und des Bildungsministeriums in den letzten zwei Jahrzehnten als FORUM Umweltbildung zur zentralen Plattform im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung gewachsen ist.

Dass der Umweltdachverband mitunter auch auf die Barrikaden stieg, um der Bevölkerung vor Ort erfolgreich Beistand zu leisten, zeigte sich am Beispiel der Schotternarben in der Natur – hier wurden die Unzulänglichkeiten des Berggesetzes deutlich, und es galt, die scheinbare Allmacht der Bergbehörden zu brechen – was gemeinsam mit vielen betroffenen Gemeinden und Bürgerinitiativen in den 1990er-Jahren gelang. Jetzt sind im Mineralrohstoffgesetz (MinroG) sowohl Umwelt- als auch Bürger- und Anrainerrechte verankert.

Einsatz für Schutzgebiete von Anfang an

Der UWD engagierte sich von Beginn an für die heimischen Nationalparks und verhalf damit in den 80er-Jahren dem Nationalpark Hohe Tauern zum Durchbruch. Gerhard Heilingbrunner, späterer Präsident des UWD, war mitverantwortlich, dass in den Donau-Auen bei Hainburg heute kein Kraftwerk steht, sondern eine der letzten unverbauten Flussauen seit 1996 durch einen Nationalpark geschützt ist. 1997 waren die Kalkalpen reif für die IUCN-Anerkennung. Hier hatte Franz Maier, 1994-2008 Geschäftsführer des UWD, Anteil an der Realisierung. Maßgebliche Beiträge leistete der Umweltdachverband auch für die Entstehung weiterer zwei heimischer Nationalparks, Thayatal und Gesäuse.

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Pressekonferenz der Tiere, Hainburg 1984, © Archiv Kuratorium Wald

Gemeinsam mit dem Verband der Naturparke Österreichs wurde 1999 mit dem „Jahr der Naturparke“ ein Aufschwung und eine Weiterentwicklung der Naturparke eingeleitet. Wegbereiter für das UNESCO-Welterbegebiet Hallstatt – Dachstein – Salzkammergut war Hubert Trimmel (†2013), langjährig aktiv als Vizepräsident des UWD, Ehrenpräsident des Verbandes Österreichischer Höhlenforscher und Ehrenvorsitzender von CIPRA Österreich.

Last but not least geht auch der entscheidende Antrieb für den Biosphärenpark Wienerwald auf die Initiative des UWD zurück.

Seit Ende der 90er-Jahre setzt sich der UWD weiters intensiv dafür ein, das europaweite Naturschutznetzwerk Natura 2000 in Österreich umzusetzen und ein Netz an Gebieten zum Schutz von bedrohten Tier- und Pflanzenarten und deren Lebensräumen auszuweisen.

Neues österreichisches Atomhaftungsgesetz erkämpft

Der intensive Einsatz des Umweltdachverbandes für ein neues österreichisches Atomhaftungsgesetz trug ebenfalls Früchte: 1998 wurde das Bundesgesetz über die zivilrechtliche Haftung für Schäden durch Radioaktivität (Atomhaftungsgesetz 1999) zum Schutze der Interessen der ÖsterreicherInnen gegenüber ausländischen Atomkraftwerken beschlossen. 1999 folgte das Bundesverfassungsgesetz für ein atomfreies Österreich.

Herausragende Erfolge: Alpenkonvention & Alpenschutz

Nicht nur im Jahr der Berge 2002 legte der Umweltdachverband den Fokus seiner Aktivitäten auf eines der sensibelsten heimischen Ökosysteme. Im Schulterschluss mit dem Österreichischen Alpenverein und der Internationalen Alpenschutzkommission CIPRA wurde bereits jahrelang an der Umsetzung der Alpenkonvention gearbeitet, bis im Jahr 2002 schließlich Meilensteine erreicht wurden: Die Verlegung des Ständigen Sekretariats der Alpenkonvention nach Innsbruck und die Erfüllung der lange gehegten Forderung des Inkrafttretens der Durchführungsprotokolle der Alpenkonvention mit 18. Dezember 2002.

Ausverkauf lebenswichtiger Ressourcen gestoppt

In den letzten Jahren hat sich der UWD immer wieder erfolgreich gegen den Ausverkauf lebenswichtiger Ressourcen gerichtet. Im Zuge der Ausgliederung der Bundesforste als Aktiengesellschaft 1996/97 konnte eine Substanzerhaltungsverpflichtung erreicht werden. Weiters gelang es, einen Verkauf wichtiger heimischer Seen – wie etwa Atter- und Wörthersee – zu vereiteln. Außerdem wurde der Verkauf des Warschenecks und des Revieres Wildalpen – der Quellschutzwälder der Stadt Wien – sowie die Veräußerung wertvoller Wienerwaldwiesen verhindert.

Das Team des Umweltdachverbandes arbeitet weiterhin unermüdlich an der Fortsetzung dieser Erfolgsstory!

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30 Jahre Pressekonferenz der Tiere © Stefanie Schabhüttl

Die ehrenamtlichen Präsidenten des Umweltdachverbandes:

  • 1973-1984: Dr. Herbert Moritz
  • 1984-1986: Dr. Herbert Salcher
  • 1986-1993: Alfred Stingl
  • 1993-2014: Dr. Gerhard Heilingbrunner
  • seit 11/2014: Mag. Franz Maier

Die GeschäftsführerInnen des Umweltdachverbandes:

  • 1973-1974: Helfried Ortner
  • 1975-1978: Dr. Erhard Zach
  • 1978: Dr. Franz Hiess
  • 1978-1983: DI Dr. Heinz Kaupa
  • 1983-1992: DI Walter Scharf
  • 1993: Mag. Willi Linder
  • 1993-1994: Dr. Bernadette Damböck
  • 1994-2008: Mag. Franz Maier
  • seit 08/2008: Mag. Michael Proschek-Hauptmann