Kreislaufwirtschaft

Der signifikante Anstieg des globalen Verbrauchs von natürlichen Ressourcen und die daran gekoppelte Abfallmenge gehören zu den größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Ohne konzertierte Maßnahmen wird der weltweite Verbrauch von Biomasse, fossilen Brennstoffen, Metallen und Mineralien bis 2060 voraussichtlich auf 190 Milliarden Tonnen anwachsen – und sich damit gegenüber 2017 mehr als verdoppeln. Das jährliche Abfallaufkommen wird bis 2050 voraussichtlich um 70 % steigen. Zugleich werden die Ressourcen der Erde zunehmend knapper – das betrifft sowohl Rohstoffe als auch die Kapazität der Erde, Abfallprodukte des menschlichen Lebens aufzunehmen. Die Gewinnung und Verarbeitung von natürlichen Ressourcen sind für mehr als 90 % des weltweiten Biodiversitätsverlusts und mehr als die Hälfte aller Treibhausgasemissionen verantwortlich. Klimawandel, Biodiversitätsverlust, Rohstoffknappheit und eine wachsende Weltbevölkerung erfordern eine Transformation unseres globalen Wirtschaftssystems.


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Kreislaufwirtschaft spielt für das Erreichen unserer Klimaziele eine wichtige Rolle.
Foto: axz 700/shutterstock.com

Diese für das Überleben der Menschheit zentralen Herausforderungen gebieten, dass wir unter Berücksichtigung der ökologischen Grenzen unseres Planeten neue Wege für Produktion und Verbrauch finden. Das Konzept der Kreislaufwirtschaft spielt hierbei eine zentrale Rolle, denn sie schont die natürlichen Ressourcen und ist eine Voraussetzung dafür, dass wir unsere Klimaziele erreichen und dem Verlust der Artenvielfalt Einhalt gebieten.

Momentan stockt die Etablierung eines Kreislaufsystems jedoch noch. Sekundärmaterialien, also Materialien, die nach dem Ende ihrer Nutzungsdauer wieder in die Weltwirtschaft zurückgeführt werden, machen im Jahr 2023 nur 7,2 % aller Materialieninputs in der Wirtschaft aus.

Wie funktioniert eine Kreislaufwirtschaft?

Im Wesentlichen zielt das Konzept der Kreislaufwirtschaft darauf ab, dass Produkte, Materialien und Komponenten möglichst lange verwendet werden und am Ende kaum noch Abfälle entstehen. Dabei steht die Vermeidung sowohl in Bezug auf die Produktion als auch den Konsum an erster Stelle. Weiters setzt das Konzept der Kreislaufwirtschaft beim intelligenten Design (siehe auch Ökodesign) von Produkten an. Es umfasst den gesamten Lebenszyklus eines Produkts und eröffnet (neue) Geschäftsmodelle, die auf Reparatur, Verleih oder Teilen setzen. Die Kreislaufwirtschaft steht dem gegenwärtig linearen Wirtschaftssystem gegenüber, welches auf eine Einmalnutzung von Produkten ausgelegt ist und so sehr verschwenderisch mit begrenzten Ressourcen umgeht.

Für die Umsetzung einer Kreislaufwirtschaft sind alle gefragt: allen voran Politik und Wirtschaft sowie die Zivilgesellschaft. Damit die Umsetzung einer Kreislaufwirtschaft gelingen kann und damit auch eine Entlastung unserer Umwelt, braucht es einen gesamtheitlichen Transformationsprozess, der auf gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und politischer Ebene stattfindet.

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Für die Umsetzung einer Kreislaufwirtschaft sind alle gefragt: allen voran Politik und Wirtschaft sowie die Zivilgesellschaft. Foto: Sansoen Saengsakaorat/Shutterstock.com

Umweltdachverband & Kreislaufwirtschaft

Zum Thema Kreislaufwirtschaft werden im Umweltdachverband verschiedene Projekte mit internen und externen Projektpartner:innen umgesetzt. Mehr Informationen zu vergangenen und gegenwärtigen Projekten finden sich hier.

Zudem wurde die Plattform für Kreislaufwirtschaft Circular Futures Ende 2016 vom Umweltdachverband initiiert und ist ein Zusammenschluss mehrerer Dachorganisationen, die sich für die Ziele der Kreislaufwirtschaft in Politik und Gesetzgebung einsetzen. Die Kooperationspartner der Plattform sind neben dem Umweltdachverband das European Environmental Bureau (EEB) mit Sitz in Brüssel sowie das Reuse- und Reparaturnetzwerk Österreich (RepaNet) und der Verband Abfallberatung Österreich (VABÖ).