INS.ACT – gemeinsam aktiv für die Insektenvielfalt

Der Verlust der Insektenvielfalt sowie auch der Biodiversität im Allgemeinen schreitet ungebremst voran, sowohl global als auch national und regional betrachtet. Der jüngste Bericht des Weltbiodiversitätsrats (IPBES) zum globalen Zustand der biologischen Vielfalt und der Leistungen der Ökosysteme zeigt: Die Artenvielfalt kollabiert – ihre Zerstörung ist ebenso schwerwiegend wie der Klimawandel. Unser Projekt "INS.ACT – gemeinsam aktiv für die Insektenvielfalt" will mit AkteurInnen aus Gemeinden, Schulen und Gesundheitseinrichtungen einen Beitrag zur Verankerung des Biodiversitätsschutzes in der Gesellschaft leisten. Denn mit gemeinsamer Anstrengung kann es noch gelingen, den Verlust der Insektenvielfalt und der Biodiversität aufzuhalten.

Von den geschätzten acht Millionen Tier- und Pflanzenarten weltweit sind rund eine Million Arten vom Aussterben bedroht, mehr als je zuvor in der Geschichte der Menschheit. Die Hälfte aller Ökosysteme ist bereits schwer beschädigt, drei Viertel der terrestrischen Umwelt wurden durch menschliche Handlungen signifikant verändert. Die Beeinträchtigungen der natürlichen Lebensräume wirken sich natürlich auch auf ihre Bewohner aus. Die Insekten sind dabei besonders bedroht – in Europa hat sich ihre Zahl in den vergangenen drei Jahrzehnten um rund 80 Prozent verringert. Cirka 10 Prozent der Arten weltweit sind gefährdet.

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Die Wespenspinne, auch Zebra-, Tiger- oder Seidenbandspinne genannt, benötigt rund 40 Minuten für den Bau ihres Netzes. Foto: © Melanie Salzl

Der drastische Rückgang der Insekten ist mittlerweile auch unmittelbar zu beobachten, etwa wenn die Windschutzscheiben bei längeren Autofahrten im Gegensatz zu früher sauber bleiben. Auch wenn dieses Beispiel von vielen als positiv wahrgenommen werden mag, stellt das Insektensterben insgesamt eine echte Bedrohung für die Menschheit dar. Denn mit dem Artensterben geraten ganze Ökosysteme – wie die Lebensräume mit ihren tierischen und pflanzlichen Bewohnern genannt werden – ins Wanken. Letztlich sind alle Bereiche unserer Gesellschaft und Wirtschaft direkt abhängig von den Leistungen intakter Ökosysteme. Zu diesen Leistungen zählen etwa die Bestäubung von Nutzpflanzen, sauberes Wasser, reine Luft oder gesunde Böden, die die Grundlage für unsere Nahrungsmittelproduktion und wichtige CO2- und Wasserspeicher darstellen. Jeder Angriff auf die Biodiversität ist damit auch ein Angriff auf unsere eigene Existenz und das Überleben künftiger Generationen. 

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Wert der Biodiversität: Ohne Bestäuberinsekten steht die gesamte Welternährung vor dem Kollaps. Foto: © Stefan Nohel

Gemeinsam können wir noch gegensteuern und den Verlust der Biodiversität aufhalten! Einen langfristigen Beitrag dazu zu leisten, ist Ziel unseres Projekts "INS.ACT – gemeinsam aktiv für die Insektenvielfalt". Das Projekt fokussiert auf die aktive Umsetzung biodiversitätsfördernder Maßnahmen in Gemeinden, Schulen und Gesundheitseinrichtungen. Im Dialog mit AkteurInnen aus diesen Sektoren soll das Bewusstsein für die Bedeutung von Insekten und die damit verbundene Notwendigkeit des Biodiversitätsschutzes gestärkt, Handlungsspielräume ausgelotet und Impulse für aktives Engagement gesetzt werden. Gemeinden sollen dabei Vorbilder für ihre BürgerInnen werden, SchülerInnen ihre Begeisterung für den Insektenschutz in die Familien tragen und Verantwortliche in Gesundheitseinrichtungen den Wert der Artenvielfalt besser erkennen, nutzen und vermitteln können.

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Begeisterung für Insekten – wichtiges Etappenziel unseres Projekts "INS.ACT – gemeinsam aktiv für die Insektenvielfalt". Foto: © Stefanie Schabhüttl

Projektinfos kompakt


Projektstart: September 2019
Projektlaufzeit:
24 Monate

Gefördert durch das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus sowie die Europäische Union im Rahmen des Österreichischen Programms für die Ländliche Entwicklung 2014-2020.

2018 Bund EU BMNT ELER

Ihre Projekt-Ansprechpartnerin:

Judith Drapela-Dhiflaoui

Dr.in Mag.a Judith Drapela-Dhiflaoui

Stv. Teamleitung

Biodiversität und Ländliche Entwicklung


+43 1 401 13 37