Schmida: Sitzendorf

Region: Weinviertel
Renaturierungsziel: Hochwasserschutz, Schaffung eines natürlichen Flusscharakters mit Feuchtbiotopen, Schaffung eines Naherholungsraumes
Renaturierungsausmaß: 20 ha
Maßnahmen: Flächenankauf, Schaffung eines Retentionsraumes, naturnahe Gestaltung des Gewässerbettes mit Nebenarmen, Anlage eines Wegenetzes mit Rastplätzen und Schautafeln
Fertigstellung: 2004
Projektkosten: 870.000 € (37,5 % NÖ, 17,5 % Gemeinde, 45 % Bund)

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Hochwasserschutz und Naturschutz erfolgreich vereint. Foto: Amt der Niederösterreichischen Landesregierung – Abteilung Wasserbau, Regionalstelle Waldviertel

Erfolgreiche Renaturierung: Natur, Kultur und Hochwasserschutz im Einklang

Die Ortschaften an der Schmida litten immer wieder unter schweren Hochwassern. Die Idee für ein Rückhaltebecken, auch Retentionsbecken genannt, bei Roseldorf wurde bereits im Jahr 2000 geboren. Nach der Ablöse von 12,5 ha landwirtschaftlich genutzter Fläche wurden schließlich rund 100.000 m³ Erde bewegt. Bereits 2010 bewährten sich die Bemühungen: Nach neuerlichen Starkregenfällen konnten die unterliegenden Gemeinden dank des Rückhaltebeckens vor katastrophalen Überschwemmungen geschützt werden. Entlang der revitalisierten Schmida wurden auch heimische Pflanzen und alte Obstbaumsorten gesetzt sowie ein attraktiver Spazierweg mit Rastplätzen angelegt. Ausführliche Informationen zu den umgesetzten Renaturierungsmaßnahmen finden Sie in dieser Broschüre der Marktgemeinde Roseldorf.

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Obstlehrpfad, Wassermühlen, seltene Libellen – wer gerne Neues entdeckt, ist an der Schmida genau richtig. Foto: Marie Pfeiffer

Freizeit und Erholung: Flanieren zwischen historischen Wassermühlen und alten Obstsorten
Interessierte Spaziergänger*innen können an verschiedenen Stationen entlang der Schmida den Bau und die Funktionsweise alter Wassermühlen erkunden. Die einzelnen Stationen zeichnen sich durch große Skulpturen und Schautafeln aus und sind daher leicht zu entdecken. Außerdem kann man sich vor Ort über die Funktion des Rückhaltebeckens mit seiner Überströmstrecke, dem Ableitungsbauwerk und dem Tosbecken schlau machen. Ein eigener Obstlehrpfad informiert über den Wert und die Bestände alter Obstsorten. Die „Weinviertel DAC Radroute“ verbindet den Standort Schmida-Sitzendorf mit dem Standort Pulkau-Watzelsdorf.

layout schmida web

Tier- und Pflanzenwelt: Biberburg und Vogelparadies
In diesem großzügigen Feuchtgebiet findet man seltene Insekten wie die blauflügelige Prachtlibelle oder die Plattbauchlibelle ebenso wie Wasserfrosch und Erdkröte. Auch Vogelliebhaber kommen mit Flussregenpfeifer, Kiebitz, Bachstelze, Silberreiher und Sumpfohreule auf ihre Kosten. Ein besonderes Highlight ist zudem der ansässige Biber. Seinen Spuren kommt man an der Schmida ganz nahe, denn der Spazierweg führt direkt an der Biberburg vorbei.

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Foto: Amt der Niederösterreichischen Landesregierung – Abteilung Wasserbau, Regionalstelle Waldviertel

Weitere Infos
www.weinviertel.at/rad-weinviertel-dac
www.schmidatal.at/ausfluege/naherholungsgebiet-roseldorf
www.sitzendorf.at/system/web/veranstaltungsstaette.aspx?typ=221454059&gnr_search=719&vdatum=01.10.2017&bdatum=31.10.2017&loop=1&detailonr=221454059&menuonr=220557600