Umweltdachverband: EU ist fit für den Schutz kostbarer Naturjuwele!

  • Studie zeigt: Unter Beschuss geratene Vogelschutz- und Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie sind effektive Eckpfeiler des europäischen Naturschutzes
  • Verbesserte Umsetzung und Mittelbereitstellung für EU-Naturschutz erforderlich
  • Natura 2000 in Österreich: Bundesländer müssen Nachnominierungsprozess rasch abschließen und Schwerpunkt auf die Umsetzung legen

 Wien, 18.08.16 (UWD) Entgegen allgemeiner Tendenzen, den Mehrwert von EU-Gesetzgebungen kleinzureden, stellt eine aktuelle Studie internationaler Institute klar: Die EU ist fit für den Naturschutz, denn die EU-Naturschutzrichtlinien sind up to date und liefern einen Mehrwert. „Nach wie vor schreitet der Verlust der biologischen Vielfalt voran. Dort, wo die Richtlinien voll umgesetzt werden, wurde diesem Trend entgegengehalten und konnten Lebensräume und Arten von europäischer Bedeutung bewahrt werden. Die Studie untermauert somit die Forderungen von Umweltorganisationen, die EU-Naturschutzrichtlinien unverändert zu lassen und alle Energie in die optimierte Umsetzung zu stecken sowie die Mittelbereitstellung für EU-Naturschutz zu verbessern, um die biologische Vielfalt abzusichern“, sagt Franz Maier, Präsident des Umweltdachverbandes.

Fitness-Check der europäischen Naturschutzrichtlinien

Anlass für die Erstellung der Studie ist die Überprüfung der Vogelschutz- und Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie durch den laufenden Fitness-Check, im Zuge dessen die EU-Kommission bestehende EU-Gesetzgebungen überprüft. Der Umweltdachverband begleitet gemeinsam mit BirdLife Österreich und WWF Österreich im Projekt „gREen.watch“ diesen Fitness-Check und sieht wie viele NGOs keine Notwendigkeit einer Überarbeitung der bestehenden Richtlinien. „FFH- und VS-Richtlinie sind taugliche, gut etablierte Instrumente. Erst durch sie wurde das Erfolgsprojekt des Schutzgebietsnetzwerks Natura 2000 auf 18 % der EU-Fläche geschaffen. Wie die Studie darlegt, dürfen sie nicht gelockert, sondern sollten sogar verstärkt in Zusammenarbeit mit anderen Sektoren umgesetzt werden“, so Maier.

Richtlinien bringen Mehrwert – Umsetzung und Finanzierung stärken

Die Studie zeigt jedoch auch, dass eine beträchtliche Finanzierungslücke für die vollständige Implementierung von FFH- und VS-RL besteht. „Verzögerungen in der Umsetzung und knappe Finanzierung behindern den effizienten Schutz der Naturschätze – auch in Österreich. Das Natura 2000-Netzwerk ist ein praktisches Instrument, um europaweiten Naturschutz auf Landesebene umzusetzen. Wir appellieren daher an alle Bundesländer, den Natura 2000-Nachnominierungs-Prozess rasch zu einem Ende zu bringen und den Schwerpunkt auf die Umsetzung in der Praxis zu legen. Nicht nur, um die biologische Vielfalt zu bewahren, sondern auch um eine kostspielige mögliche Verurteilung Österreichs vor dem EuGH zu vermeiden“, betont Maier.

Zusammenfassung der Ergebnisse: Link

Studie: Link

 

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