Umwelt- und Naturschutz als Trends etablieren!
Gerald Pfiffinger, Geschäftsführer des Umweltdachverbandes
In den Köpfen der Menschen ist die Dringlichkeit, unser Klima und unsere Umwelt zu schützen, längst angekommen – auch wenn je nach tagespolitischen Entwicklungen oft andere Themen die Medienlandschaft dominieren. So räumt einer repräsentativen Umfrage des Integral-Instituts zufolge mehr als die Hälfte der Bevölkerung Österreichs dem Klimaschutz eine hohe Relevanz ein. Die Zeit ist also längst reif, den Natur- und Umweltschutz nicht mehr nur als Randthemen zu behandeln, sondern in der breiten Bevölkerung zu verankern – schließlich beeinflussen die Auswirkungen der Klima- und Biodiversitätskrise uns alle.
Wie das gelingen kann? Laut Integral-Institut erfordern alle Wertegemeinschaften – also Menschen, die nach ihrer Lebensauffassung und Lebensweise in verschiedene Gruppen eingeteilt werden – unterschiedliche Herangehensweisen, um sie von der Notwendigkeit des Umweltschutzes zu überzeugen bzw. sie zum Handeln zu bewegen. Mit Negativbotschaften, moralischen Appellen und der Aufforderung zur umfassenden Transformation unserer Wirtschaftsweise ist die breite Mitte nicht erreichbar. Der Sinn und Zweck der Umweltmaßnahmen muss verständlich kommuniziert werden – sie müssen alltagstauglich und finanziell machbar sein. Dies sollte bei der Umsetzung von Gesetzen und Verordnungen von der Bundesregierung immer berücksichtigt werden, um auf dem Weg zu umfassendem Umweltschutz niemanden zu verlieren.
Beispiele, wo es gelungen ist, alle Stakeholder:innen ins Boot zu holen, sind etwa die Renaturierungen am St. Margarethener Kogel, an der Mur für den Huchen oder Maßnahmen von Forstwirt:innen zum Schutz der Gelbbauchunke. Im Bereich Klimaschutz ist die Doppelnutzung von Agrarflächen in Form von Agri-PV zu nennen, beim Thema Kreislaufwirtschaft ist es der aufkeimende Gedanke an eine Wellbeing Economy. Doch in Zukunft muss noch mehr passieren. Was wir brauchen, ist ein gesamtgesellschaftlicher Ansatz, der auch die breite Mitte motiviert, sich für unsere Umwelt und Natur starkzumachen.
Dieser Text wurde erstmalig im fact.um 1/2025 veröffentlicht.