Überblick


Der Alpenraum im Herzen Europas gelegen, nimmt nach der Abgrenzung der Alpenkonvention eine Fläche von 190.000 km² ein. Er ist damit knapp 1.200 km lang und zwischen 150 und 250 km breit. Die Alpen sind nicht nur eine wichtige Klima- und Wasserscheide, sondern sie beherbergen auch auf engstem Raum eine ungemein große Vielfalt. So zählt man heute ca. 30.000 Tier- und 13.000 Pflanzenarten. Aufgrund der gewaltigen Reliefenergie mit den vielen Gletschern, bilden die Alpen das größte Wasserreservoir in Europa. Doch dieser verhältnismäßig kleine Raum mit seinen gut 13,9 Millionen EinwohnerInnen, muss einem enormen Druck von außen standhalten. So verbringen jährlich etwa 120 Millionen TouristInnen ihre Ferien in den Alpen. Die Erschließung der Alpen mit Seilbahnen und Pisten, Aussichtsplattformen, Freizeitparks, usw., schreitet unentwegt voran und zerstört dadurch immer mehr deren Einmaligkeit und Identität. Aber auch der Verkehr belastet die BewohnerInnen in den Alpentälern sehr. Stau, schlechte Luft und unbändiger Lärm bis in die Gipfelregionen, müssen von den BewohnerInnen täglich ertragen werden. Im Wissen, dass die Alpen ein begrenzter Raum sind, stellen der ungebremste Bodenverbrauch und die fortschreitende Zersiedelung, aufgrund einer häufig verfehlten Raumordnung, eine weitere Gefährdung der Alpen dar. Für die großen wirtschaftsstarken Metropolregionen, die im Nahbereich der Alpen liegen, sind diese ein riesiger Energiespeicher. Unzählige Speicherkraftwerke und Laufkraftwerke haben Gebirgslandschaften, Flüsse und Bäche zu regelrechten Industrielandschaften verändert. Wie keine andere Region in Europa, sind die Alpen von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Der massive Rückgang der Gletscher, die Zunahme von Naturkatastrophen, der Rückgang der Artenvielfalt sind nur einige der sichtbaren Zeichen.

Für CIPRA Österreich und den Umweltdachverband ist der Schutz der Alpen ein Gebot der Stunde. Die Alpenkonvention als internationales Vertragswerk mit ihren Durchführungsprotokollen zu den Themen Naturschutz und Landschaftspflege, Berglandwirtschaft, Bergwald, Verkehr, Raumplanung und nachhaltige Entwicklung, Tourismus, Bodenschutz und Energie zeigt wichtige Perspektiven für den Alpenschutz als auch für eine zukunftsgerechte Alpenentwicklung auf.

13,9

Mio. EinwohnerInnen zählt der Alpenraum

120

Mio. TouristInnen besuchen ihn jährlich