Alpenkonvention und Alpenkonventionsbüro

Die Alpenkonvention ist ein internationales Vertragswerk, welches völkerrechtlich verbindlich anzuwenden ist und von allen acht Alpenstaaten (Deutschland, Frankreich, Italien, Liechtenstein, Monaco, Österreich, Schweiz und Slowenien) und der EU ratifiziert wurde. Die Alpen sollen als bedeutende Bergregion Europas geschützt, erhalten und nachhaltig  entwickelt werden. Mit ihrem integrativen Ansatz, der die ökologische, wirtschaftliche und soziale Dimension der Nachhaltigkeit miteinbezieht, ist die Alpenkonvention Vorreiterin für andere Berggebiete und Konventionen, wie etwa die Karpatenkonvention.

Nationalpark Gesaeuse A Hollinger 60

Nationalpark Gesäuse © Andreas Hollinger

Weiters umfasst die Alpenkonvention acht Durchführungsprotokolle:

  • Raumplanung und nachhaltige Entwicklung,
  • Berglandwirtschaft,
  • Naturschutz und Landschaftspflege,
  • Bergwald,
  • Tourismus,
  • Bodenschutz
  • Energie und
  • Verkehr.

Sie dienen der Umsetzung konkreter Maßnahmen und haben gesetzesändernden bzw. -ergänzenden Charakter. In Österreich traten die acht ausverhandelten Durchführungsprotokolle sowie das Zusatzprotokoll Streitbeilegung im Dezember 2002 in Kraft. Diese Durchführungsprotokolle selbst sind wiederum völkerrechtlich verbindliche Verträge.

Das Alpenkonventionsbüro von CIPRA Österreich mit Sitz in Innsbruck bemüht sich um eine konsequente Umsetzung der Alpenkonvention. In gleichem Maße werden Aktivitäten gesetzt, den Kenntnisstand bzw. die Bewusstseinsbildung über die Alpenkonvention zu unterstützen sowie nach wie vor bestehende Vorurteile in der Bevölkerung, aber auch auf behördlicher und politischer Ebene abzubauen. Weiters koordiniert das Büro auch die Rechtsservicestelle Alpenkonvention, welche seit 2009 auf unbürokratische Weise fundierte Rechtsauskünfte hinsichtlich der Anwendung der Alpenkonvention liefert.