Augen auf und raus in die Natur: Schneeglöckchen sprießen wieder!

  • Wärme-Licht-Verhältnis sorgt für zeitiges Austreiben der Frühblüher
  • Gefährdete Auwälder besser schützen

Wien, 18.02.2021 (UWD) Eine Wetterwende ist für die kommenden Tage angekündigt: Eben noch war der Februar von Eis und Schnee geprägt, jetzt stehen Temperaturen bis zu 16 Grad an. Mit dem Frühlingswetter erwacht die Natur aus dem Winterschlaf. Ein Spaziergang in Wald und Wiesen tut nicht nur Körper und Seele gut, sondern bietet jetzt auch die Chance, zarte Blüten zu entdecken. Zu den ersten heimischen Frühblühern zählt das Schneeglöckchen – dessen botanischer Name Galanthus, vom griechischen gála für Milch und ánthos für Blüte abgeleitet ist. „Die grün-weiße Schönheit markiert für Botaniker*innen den Beginn des Vorfrühlings und läutet das Ende eines langen, harten Winters ein – gerade in Corona-Zeiten ein Hoffnungsschimmer am Horizont, wenngleich das jährlich frühere Austreiben ein bittersüßes Indiz für den voranschreitenden Klimawandel ist! Schneeglöckchen sind regional gefährdet und teilweise geschützt. Sie wollen uns wachrütteln, damit wir auf unsere Auen achten. Denn diese dynamischen Lebensräume sind selten und von einem intakten Wasserhaushalt abhängig. Auen stehen in engem Zusammenspiel mit Wasser – wenn der Fluss abgedämmt wird, stirbt auch die Au“, sagt Gerald Pfiffinger, Geschäftsführer des Umweltdachverbandes.

Auen sind wertvolle Lebensräume: Revitalisierung ist essenziell
Einer Sage nach, stammt das Glöckchen vom Schlitten der Schneekönigin, die dieses im Winter bei einer Fahrt durch die Wälder verlor. Das Glöckchen versank im Schnee, schlug Wurzeln und begann gleich nach der Schneeschmelze zu blühen. Soweit die Legende. Ausschlaggebend für den Zeitpunkt der ersten Blüte des Schneeglöckchens ist de facto das Verhältnis von Wärme und Lichteinstrahlung über dem Boden. Es muss – wie alle Frühblüher – das „richtige“ Zeitfenster nutzen: warm genug, um nicht zu erfrieren, aber auch rechtzeitig vor dem Laubaustrieb der Bäume und Sträucher, um genügend Licht zu bekommen. Besonders wohl fühlt sich die zierliche Frühlingsbotin im Auwald, da sie frische und nährstoffreiche Standorte liebt. „Auen bilden ein untrennbares System wertvoller Lebensräume, sind jedoch durch zahlreiche Nutzungen und Eingriffe zunehmend gefährdet. In den vergangenen Jahrzehnten sind rund drei Viertel des heimischen Auenbestandes durch Rodungen, Flussregulierungen und Wasserkraftausbau verschwunden. Von den verbliebenen Auenflächen ist nur noch etwa die Hälfte intakt. Es ist wichtig, zumindest einen Teil der Auen zu revitalisieren, damit sie ihr ökologisches Potenzial wieder entfalten – und die Schneeglöckchen auch in den kommenden Jahren wieder aus dem Boden sprießen können“, so Pfiffinger abschließend.

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Fotomaterial
Das Pressefoto kann mit Quellenhinweis im Rahmen einer Berichterstattung zu dieser Presseaussendung verwendet werden:
Schneeglöckchen, Foto: Heinrich Wicke

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